Was gerade wirklich passiert
Lass mich dir erzählen, was gerade wirklich passiert.
Du gehst auf Jobportale. Du tippst deinen Jobtitel ein. Du scrollst durch Stellenanzeigen, die nach "Digital Natives" suchen, nach "Young Professionals", nach Leuten, die "hungrig" sind. Du liest zwischen den Zeilen und denkst: Die meinen nicht mich.
Also passt du deinen Lebenslauf an. Du streichst die ersten Berufsjahre raus, damit die Lücke nicht so groß wirkt. Du formulierst vorsichtiger, versuchst jünger zu klingen. Du schreibst Motivationsschreiben, in denen du erklärst, warum du "trotz deiner Erfahrung" noch lernfähig bist.
Trotz deiner Erfahrung. Lies das nochmal. Du entschuldigst dich für das Wertvollste, das du mitbringst.
Und dann wartest du. Tage. Wochen. Bis die Standardabsage kommt. "Wir haben uns für eine andere Person entschieden." Keine Erklärung. Kein Feedback. Einfach Stille.
Das Schlimmste daran ist nicht die Absage selbst. Das Schlimmste ist, was es mit dir macht. Jede Absage nagt ein kleines Stück an deinem Selbstvertrauen. Du fängst an zu zweifeln. Nicht an deiner Strategie – an dir selbst. An deinem Wert. An der Frage, ob der Arbeitsmarkt noch einen Platz für dich hat.
Ich sage dir jetzt etwas, das du wahrscheinlich nicht erwartest – und ich sage es dir als jemand, der seit Jahren auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzt:
Das Problem bist nicht du. Das Problem ist deine Strategie.